Psychotherapie

Wann ist Psychotherapie sinnvoll?

Wir alle streben nach stabiler Bindung, sozialer Anerkennung, individueller Unab­hängigkeit und nach Sinnerfüllung. Es stellt uns immer wieder vor neue Herausfor­derungen, diese Werte im Angesicht sich schnell verändernder Lebens­umstände zu verwirk­lichen und zu bewahren. In einer Art Pendelbewegung sind wir mal näher an unseren Zielen dran, und mal auch wieder weiter entfernt. Solange wir in Bewegung bleiben und die Richtung grob stimmt, läuft das Leben im normalen Sinne. Wenn jedoch innere oder äußere Hindernisse auftreten, die einen Bewe­gungs­stillstand oder gar eine Abkehr von den eingangs erwähnten Zielen bewirken, geraten wir in eine Krise und erleben eine ernsthafte Beein­trächtigung unserer Lebens­freude. Wenn wir keinerlei Plan für eine Änderung haben und sich dieser Zustand zu chronifizieren droht, kann es sinnvoll sein, über eine Psychotherapie nachzu­denken. Sie müssen sich nicht quälen!

Wie kann Psychotherapie wirken?

Oft lassen sich widrige äußere Umstände gar nicht oder zumindest nicht sofort ändern. Was wir aber ändern können, ist unsere Sichtweise auf die Welt. Mit einem neuen Blick auf die Dinge können wir anders auf die Welt zugehen, was uns dann wiederum neue Erfahrungen mit der Welt machen lässt. Das Grundprinzip dieser wechselseitigen Beein­flussung wird durch das folgende Zitat treffend zum Ausdruck gebracht:

Wenn Sie die Art und Weise ändern, wie Sie die Dinge betrachten, ändern sich die Dinge, die Sie betrachten.

Max Planck

Wie können Sie sich eine Therapie bei mir vorstellen?

Ihr Wohlergehen steht im Mittelpunkt meines Bestrebens. Dabei sehe ich Sie als absolut ebenbürtigen Partner an. Ich bin kein Freund von Begriffen wie „Patient“ oder „Störung“. Zum einen finde ich es unpassend und entmutigend, für die Benennung eines Menschen ausge­rechnet sein Leid heran­zuziehen und es dadurch unter­schwellig noch weiter festzu­schreiben (patiens, lat. erduldend, leidend). Der Begriff „Klient“ ist in meinen Augen deutlich befähigender. Auch habe ich Respekt vor dem, was als „Störung“ bezeichnet wird. Oft stehen schwierige Schicksale dahinter und ich finde es wenig empathisch, wenn man den nicht funktionierenden Anteil betont, ohne zu würdigen, was bisher schon alles geleistet wurde. Manchmal war die sogenannte „Störung“ sogar die unter den gegebenen Umständen bestmögliche Bewältigungs­strategie.

Psychische Probleme treten nicht isoliert auf, sondern sind in unsere individuelle psychische Erlebniswelt eingebettet, die ich gerne „Seelen­landschaft“ nenne. Dazu gehören unsere Biografie mitsamt den frühen Bezugspersonen, ein­schneidende Lebens­ereignisse, unsere vor­herrschenden Gefühls­lagen und Reaktions­smuster, aktuelle Bezieh­ungen und Konflikte, aber auch unsere Interessen und Lebensziele. Eine Therapie ist – wie das Leben an sich – eine Reise durch Ihre Seelenlandschaft, bei der ich Sie als Pfadfinder ein Stück Ihres Weges begleiten darf. Nachdem Sie mir am Anfang Ihre Landschaft ein Stück weit gezeigt haben, werden wir ausführlich Ihr Reiseziel besprechen. Danach werden wir uns daran begeben, die stimmigsten Wege zu Ihrem Ziel zu finden und diese Wege in Ihrem Alltag auch wirklich gangbar zu machen.

Goldene Landschaft

Schon während der Erkundung Ihrer persönlichen Seelenlandschaft kann ich Ihnen erste Werkzeuge aus dem Baukasten verschiedener moderner Therapiemethoden an die Hand geben. Diese können Sie dann Schritt für Schritt in Ihrem Alltag ausprobieren und Ihre Erfahrungen damit hinterher mit mir besprechen. Als Therapeut kann ich leider nicht Ihre Alltagsaufgaben erledigen – diese bleiben weiterhin in Ihren Händen. Letztlich ist Therapie immer Hilfe zur Selbsthilfe. Wenn Sie auf dem Weg zu Ihrem Ziel wieder gut selbst vorankommen oder Sie Ihr Ziel sogar schon erreicht haben, werden Sie mich nicht mehr brauchen. Dann ist aus einem anfänglichen Leidensweg eine lehrreiche Entdeck­ungs- und Ent­wicklungs­reise gewor­den.

Vielleicht möchten Sie – falls und sobald es geht – etwas Humor mit auf die Reise nehmen? Ich bin jedenfalls dafür zu haben! Genauso freue ich mich über jeden Ausdruck Ihrer ureigenen Persön­lichkeit. Schließlich bringen Sie ja auch viele wertvolle Reise­erfahrungen mit, die ich genießen und von denen ich lernen kann! Sie brauchen auch nicht zu befürchten, dass die Therapie ewig dauern könnte: Sie alleine bestimmen, wie oft und wie lange Sie kommen wollen. Und es wird auch kein „Seelenstriptease“ von Ihnen erwartet: Sie alleine entscheiden, was Sie von sich preisgeben und wann Sie das tun. Selbstverständlich unterliege ich einer strengen Schweigepflicht.

Wobei ich Sie begleite:

Wie ich bereits gesagt habe, bereitet es mir ein gewisses Unbehagen, mit Symptom­listen, Störungs­begriffen und Dia­gnosen zu hantieren. Leider lässt es sich manchmal nicht ganz vermeiden. Um den Text auf dieser Seite nicht ausufern zu lassen, beschränke ich mich an dieser Stelle ausnahms­weise auf eine kurze unkom­mentierte Liste. Ich begleite Sie vor­nehmlich bei den folgenden Beschwerden:

  • Depression, Burn-out
  • Ängste und Phobien (z.B. Panikattacken, soziale Ängste, Krankheitsängste, u.v.m.)
  • Anpassungsstörungen / Lebenskrisen (z.B. bei Jobverlust, Verrentung, Trennung, Krankheit, Todesfall)
  • Zwangsstörungen (z.B. Waschzwang, Kontrollzwang, Zwangsgedanken)
  • Somatoforme Störungen (körperliche Beschwerden, für die keine organische Ursache gefunden werden kann)
  • Schlafstörungen
  • Nicht-stoffgebundene Abhängigkeiten (z.B. Mediensucht, Spielsucht, Kaufsucht, Sexsucht)
  • Beziehungsprobleme (z.B. schädliche Beziehungsmuster, Mobbing, Einsamkeit, u.v.m.)

Welche Methoden ich nutze:

Aufgrund meines naturwissenschaft­lichen Hinter­grunds fühle ich mich zu evidenz­basierten und gewissenhaft über­prüften psychothe­rapeu­tischen Methoden hinge­zogen. Sogenannte Quickfix-Verfahren, die eine Heilung gravierender Symptome innerhalb ganz weniger Therapie­sitzungen versprech­en, sind nicht meine Sache. Dies liegt daran, dass nach meiner Erfahrung nur Selbst-Gelerntes auch Selbst-Gekonntes ist und Lern­prozesse eben eine gewisse Zeit brauchen. Konkret wende ich die kognitive Verhaltens­therapie, sowie Elemente aus der Schema­therapie und der Akzeptanz- und Com­mitment-Therapie (ACT) an. Die beiden letzteren Methoden bauen historisch auf der Verhaltens­therapie auf und werden zur soge­nannten dritten Welle der Verhaltens­therapie gezählt. In den Jahren 2023 und 2024 habe ich eine Ausbildung in den genannten Methoden absolviert. Diese Methoden entsprechen dem aktuellen Stand der Wissen­schaft und werden auch von der Mehrheit der staatlich appro­bierten psycho­logischen Psy­cho­thera­peuten /-innen an­ge­wandt. Ich bilde mich fachlich regelmäßig fort und nehme zur Qualitäts­sicherung an einer Inter­visions­gruppe und einer Einzel­super­vision teil.

Oranger Nebel im Himmel über den Bergen

Aus Platzgründen ist es hier leider nicht möglich, die genannten thera­peutischen Methoden gut verständ­lich dar­zustellen. Interessierte finden dazu im Internet ohnehin zahllose gut gemachte Texte und Videos. Damit Sie aber wenigstens einen groben Überblick über die Methoden bekommen, ohne dafür gleich diese Seite verlassen zu müssen, hier eine Schnell­beschreibung, die auf (weniger als) das Aller­nötigste reduziert ist:

  • Kognitive Verhaltenstherapie: Hinderliche Denk- und Verhaltensmuster werden analysiert, Alternativen werden entwickelt und mittels praktischer Übungen in Ihren Alltag integriert.
  • Schematherapie: Dominierende emotionale Reaktionsmuster werden lebensgeschichtlich von Ihren Kindheitstagen ausgehend identifiziert, nachvollzogen und ggf. modifiziert.
  • Akzeptanz- und Commitment-Therapie: Mit einem Bündel von erlebnisorientierten Elementen wird Ihre psychische Flexibilität gestärkt, um Ihr Leben engagiert und werteorientiert führen zu können.

Je nach persönlichen Vorlieben, Problem­stellung und aktueller Situation kann sich eine der Methoden oder eine Kombination davon als besonders vorteilhaft heraus­stellen. Hierzu ein Beispiel aus meiner eigenen Erfahrungs­welt: Als Physiker habe ich in eigenen seelischen Belangen früher auto­matisch zum kognitiven Ansatz tendiert, da mir der „rationale“ Problem­lösemodus nach dem Prinzip – Problem identifizieren, analysieren, elimi­nieren – auch beruflich stets weiter­geholfen hatte. Es war dann für mich eine wertvolle Bereicherung, im Rahmen der Akzeptanz- und Commitment-Therapie alternative Ansätze kennen­zulernen. Dort wird der beschriebene Problemlösemodus sehr skeptisch betrach­tet. Man lernt, wie leicht man sich damit an der Nase herum­führen kann und ein Problem sogar ungewollt immer mehr verstärken kann. Eines meiner Lieblings­zitate bringt dieses Phänomen wunderbar auf den Punkt:

Früher dachte ich, dass das Gehirn das wichtigste Organ in meinem Körper ist. Dann wurde mir klar, wer mir das gesagt hat.

Emo Philips

Konkretes in Kürze:

  • Die Praxis befindet sich in Köln-Rodenkirchen.
  • Es steht ein Klientenparkplatz für Sie zur Verfügung.
  • Mein Honorar beträgt 95 € für 50 Minuten Gesprächszeit. Nur Selbstzahler.
  • Ich biete auch Termine nach 20 Uhr und Samstagstermine an (25% Aufschlag).
  • Ich biete ein kostenloses und unverbindliches Kennenlerngespräch an (ca. 20 min).