Dr. Andreas Thust – Physiker und Heilpraktiker für Psychotherapie in Köln

Dr. Andreas Thust

Zur Person

Dr. Andreas Thust – Physiker und Heilpraktiker für Psychotherapie in Köln

Vorwort

Seit vielen Jahren gestalte und betreue ich in meiner Freizeit die Webseiten von Psycho­therapeuten. Dabei habe ich mir auch die Seiten von Mitbewerbern ange­sehen und mich oft gewundert, wie wenig die dort auftretenden Therapeuten von sich selbst preisgeben. Es gibt kaum eine Web-Site, auf der nicht die große Bedeutung der thera­peu­tischen Be­ziehung zum Gelingen einer Therapie hervorgeho­ben wird. Zu Recht! Gleichzeitig bekommen potentielle Klienten kaum Infor­mationen über den/die Thera­peuten/in. Oft werden nur die Aus­bil­dungsschritte des Werdegangs auf­gelistet. Diese sind aber bei vielen Therapeuten ohnehin wenig unter­scheid­bar. Potentielle Klienten können so im Vorfeld sehr schlecht einschätzen, wie jemand als Person „so tickt“ oder „drauf ist“. Nicht jeder passt zu jedem, es gibt durchaus Charaktere, die besser zu­sammenpassen, oder eben auch weniger gut. Deshalb habe ich mich bewusst entschieden, hier ausführ­licher als üblich über mich und meine Motivation zu schreiben. Natürlich kann eine subjektive Selbstbe­schreibung auf einer Webseite niemals den persön­lichen Kontakt ersetzen. Aber eine Vorauswahl im Sinne von „Der könnte möglich­erweise zu mir passen“ wird so viel­leicht ein wenig erleichtert.

Ein weiterer Grund für meine ausführliche Selbst­beschreibung be­steht darin, dass KI-Modelle mit der korrekten Zusammen­stellung von Biografien häufig überfordert sind, ins­besondere wenn auch noch Namens­vettern existieren. Immerhin konnte ich es der KI inzwischen abge­wöhnen, zu behaup­ten, ich würde für 500 € Gage auf Hochzeiten singen. Es ist mir als promo­viertem Physiker jedoch trotz frischer Publikationen noch nicht gelungen, die KI davon abzuhalten, mir meinen Beruf nach­träglich abzu­erkennen oder gleich meine lange Karriere als Ganzes zu tilgen. Außerdem liebt die KI es, mich als Deutschen zu bezeichnen. Deshalb hier einige Fakten über mich, garantiert ohne Hallu­zinationen :-)

Kindheit und Jugend in den Alpen

Ich wurde 1962 in Wien geboren und besitze bis heute noch die österreichische Staats­bürgerschaft. Tatsächlich aufge­wachsen bin ich tief in den Bergen des Pinzgaus im Bundesland Salzburg. Die Erhaben­heit der Natur, die majestätischen Gipfel, die Gletscher, der glitzernde Schnee, die Almen und die urtümlichen Bräuche haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Strichzeichnung Berge

Neben diesen positiv-romantischen Gesichts­punkten gab es auch die weniger erfreulichen Strömungen des Konserva­tivismus und des Katholi­zismus, die in den 60er und 70er Jahren in den hintersten Tälern Österreichs intensiver und länger als sonst wo ihr Unwesen trieben. Dies war nicht nur für mich extrem herausfordernd. Einer meiner Lieb­lings­autoren, der bekannte Schrift­steller Thomas Bernhard, hat diese wenig bekömm­liche gesell­schaftliche Ge­menge­lage in seinen Werken sehr ein­drücklich beschrie­ben. Insgesamt hat diese Zeit mein seelisches Innenleben mitsamt meiner heute noch zu erspürenden österreich­ischen Mentalität stark geprägt. (Ich habe allerdings keinen öster­reich­ischen Akzent mehr.)

Physik als Berufung      

Schon in meiner Jugendzeit in den 70er Jahren hatten sich bei mir zwei Haupt­interessens­gebiete heraus­kristal­lisiert: Natur­wissen­schaft und Psycho­logie. Neben den damals sehr verbreiteten Büchern zu den „Segnungen“ der Atomkraft und der Weltraumfahrt habe ich bereits als 16-jähriger Bücher des öster­reichischen Arztes und Psycho­thera­peuten Viktor E. Frankl zu seiner Logotherapie gelesen. Auch an Freud, Adler und Jung habe ich mich dann im späteren Jugendalter versucht. Letztlich habe ich mich aber für die Physik entschieden, da ich zum einen „das Komplizierteste, das es gibt“ machen wollte und es zum anderen damals noch keine Ausbildung zum Psycho­therapeuten im heutigen Sinne gab.

Schließlich habe ich in den 80er Jahren Physik an der Universität zu Köln und an der RWTH Aachen studiert. Nach der Doktorarbeit an der (damals noch so genannten) Kernforschungs­anlage Jülich und der Promotion an der RWTH Aachen bin ich 1994 in die Niederlande gezogen. Dort war ich zwei Jahre am zentralen Forschungs- und Entwick­lungs­standort des Philips Konzerns, an den Philips Research Laboratories in Eindhoven, tätig. Danach bin ich ans Forschungs­zentrum Jülich zurück­gewech­selt, um am Ernst Ruska-Centrum (ER-C) eine auf ihrem Gebiet inter­national führende For­schungs­gruppe zu leiten. Mein Fach­gebiet ist die hoch­auf­lösende Trans­mis­sions­elek­tronen­mi­kro­sko­pie (HRTEM). Das ist eine Material­unter­suchungs­methode, die es er­mög­licht, das Innerste der Materie Atom für Atom zu betrachten. Sie ist unverzichtbar bei der Entwicklung inno­vativer Materialien oder bei der Herstellung immer leistungs­fähigerer Pro­zes­soren, wie sie beispiels­weise für Handys benötigt werden. Ich habe daran mitgewirkt, diese Methode ent­scheidend weiter­zu­entwickeln. Dafür muss man tief in die Quanten­mechanik ein­tauchen – wobei das Wort „muss“ für mich nicht zutrifft: Sie erfüllt mich mit Begeis­terung! Bis heute empfinde ich eine tiefe Faszination für die wundersame Quanten­welt. (Populär­wissen­schaft­liche In­ter­views in Welt der Physik und im SPIEGEL)

Dr. M.J.L und Dr. Andreas Thust bei einer wissenschaftlichen Erörterung an der Tafel
Die Kollegen Dr. M. L. und Dr. A. Thust beim Denken

Es ist schwierig, meinen über 35-jährigen Erfahrungs­schatz in der Forschung in diesem kurzen Abriss auch nur annähernd zu beschreiben. Ich habe meine Tätigkeit des Öfteren als „Hoch­leistungs­sport für den Kopf“ be­schrieben, da man angehalten ist, auf sehr anspruchsvollem Niveau stets Neues zu produzieren und sich dabei gegen inter­national tätige und nie ruhende Konkurrenz zu behaupten. Für einen groben Eindruck führe ich hier einige Highlights in Stich­wortform an: Richtungs­weisende For­schungs­arbeiten, Ent­wick­lungen und Erfin­dungen, ins­gesamt tausend­fach zitierte Publi­kationen bis hinauf zu den weltweit renom­miertesten Wissen­schafts­jour­nalen (z.B. Nature), Anmeldung weltweiter Patente, Verfassen von Buch­beiträgen, maß­gebliche Mit­wirkung an der Bean­tragung und Durch­führung von Groß­vorhaben in zwei­stelliger Millionen­höhe, unge­zählte Ein­ladungen zu Vortrags­reisen auf alle fünf Kontinente, darunter alleine Dutzende Reisen in die USA, Forschungs­aufenthalte und Gast­profes­suren an führen­den Instituten welt­weit, Begeg­nungen mit Nobel­preis­trägern, etc.

Zu den besonderen Höhe­punkten und Meilen­steinen meiner Laufbahn gehört unter anderem die Aus­zeichnung mit dem international renom­mierten Ernst-Ruska-Preis. Auch die alleinige Klärung eines historischen und 15 Jahre lang ungelösten Mysteriums der Elek­tronen­mikro­skopie, des Stobbs-Faktor Problems, gehört in diese Kategorie. Das wahr­schein­lich Unge­wöhn­lich­ste, das ich gemacht habe, war ein geheimer Forschungs­aufenthalt auf einer Luft­waffen­basis einer großen Nation jenseits des Atlantiks :-)

Und nein: Ich bin kein Nerd – und falls ich es doch ein klein wenig sein sollte, dann eher in einer positiven Ausprägung :-) Viele Menschen denken, Natur­wissen­schaftler seien welt­fremde Sonder­linge, die abge­schottet in ihrem Elfenbeinturm hocken und nicht so gerne kommunizieren. Das mag zu einem Teil noch stimmen, ist in der Gegenwart aber eher untypisch geworden. Wer in diesem Metier erfolgreich sein will, muss ein gut vernetzter Kommunikator sein. Auch das sorgenfreie Leben im Elfenbein­turm ist ein Klischee: Leistungs­druck, nerven­aufreibende Groß­pro­jekte, zwischen­mensch­liche Konflikte und strate­gische Machenschaften gibt es in der Wissen­schaftswelt ebenso wie anderswo. Ich kenne das reale Berufsleben also gut von innen. Durch meine lange Laufbahn bin ich vielleicht nicht mit allen sprichwörtlichen Wassern gewaschen, aber doch mit ziemlich vielen.

Psychologie als Berufung              

Manche werden sich jetzt vielleicht fragen, wie es möglich ist, sich in zwei so gegensätzlichen Feldern wie Physik und Psychologie zu bewegen. Die einfache Antwort ist: Ich habe es nie als Gegensatz empfunden. Vieles lief ohnehin schon lange Zeit parallel: Wie ich erwähnt habe, war ich schon seit meiner Jugendzeit stark an Psychologie inter­essiert. Es ist deswegen auch nicht ganz verwun­derlich, dass eine Psychologin zu meiner Ehefrau geworden ist. Da mich die beruflichen Belange meiner Frau sehr fasziniert haben, habe ich aus purer Begeisterung mit ihr zusammen auf ihre Prüfung zur psycho­logischen Psycho­therapeutin gelernt und später auch bei der Gründung ihrer Privatpraxis mitgeholfen. Mehr als ein Jahrzehnt lang habe ich mich dann neben meinem Beruf um viele Aspekte des Praxis­managements geküm­mert, sodass das eigentliche Therapieren irgend­wann fast das einzige war, das ich noch nicht selbst gemacht hatte.

Als während der Corona-Pandemie mein 60. Geburtstag näher kam, wurde mir zu­nehmend bewusst, dass mir die auto­matisch anstehende Berufs- und Lebens­perspektive – nämlich als Physiker nur noch wenige aktive Berufsjahre vor mir zu zu haben – nicht so wirklich behagte. In dieser Zeit hatte ich die Idee, meinen zweiten Jugendtraum zu verwirklichen und meiner Leiden­schaft für Psycho­logie zu folgen. Also habe ich ordent­lich Anlauf genommen und mir neben meiner Tätigkeit als Physiker über einige Jahre hinweg das Wissen zum Heilpraktiker für Psycho­therapie ange­eignet. Die amtliche Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde auf dem Gebiet der Psycho­therapie habe ich dann im Sommer 2024 durch Prüfung vor dem Gesundheits­amt Köln erworben. In den Jahren 2023 und 2024 habe ich zusätzlich eine Ausbildung in modernen Methoden der Verhaltens­therapie ge­macht. Dank dieser früh begonnenen und lang­fristig ange­legten Vor­bereitungen ist mir parallel zu meinem Beruf als Physiker ein nahezu kontinu­ierlicher Einstieg in meine thera­peutische Tätigkeit ge­lungen.

Meine Wahl der Verhaltenstherapie als Kernmethode deckt sich in vielerlei Hinsicht mit meiner langjährigen Tätigkeit als Natur­wissen­schaftler. Als solcher ist man angehalten, mit evidenzbasierten Metho­den möglichst objek­tive Erkennt­nisse zu gewinnen. Dazu passt, dass die Verhal­tens­therapie durch­gehend logisch, transpa­rent und realitätsnah konzipiert ist. Zudem ist die Verhaltens­therapie unter den psycho­thera­peu­tischen Aus­rich­tungen die bei Weitem am gründlichsten erforschte und in ihrer Wirk­samkeit am besten belegte Methode.

Abgesehen von der Passung in der Methodik sehe ich einige Eigen­schaften, die für einen Physiker wichtig sind, auch für einen Therapeuten als nützlich an. Dazu zähle ich: Offenheit für Neues, Freude an eigen­ständigem und kreativem Denken, Fähigkeit zur Analyse komplexer Zusam­men­hänge, Fähig­keit zur ganz­heit­lichen Betrach­tung, Kon­zen­tration auf das Wesent­liche, und nicht zuletzt: Geduld.

Es gibt aber auch eine Fähigkeit, die ich bei Therapeuten für unverzichtbar halte, und die ich in der Natur­wissenschaft eher selten antreffe: Das Interesse am Gegen­über gepaart mit Empathie, menschlicher Kompe­tenz und seelischer Wärme! Umso mehr freut es mich, mit meiner thera­peutischen Tätigkeit nun auch mensch­lich-emotionale Akzente setzen zu kön­nen und so das jeweils Beste aus zweierlei Welten zum Nutzen meiner Klienten verbinden zu können.

Schließlich gibt es noch eine weitere „Welt“, an der mir liegt: Nachdem ich das Logische und das Emotionale bereits betont habe, möchte ich auch noch das Künstlerisch-Intuitive anführen. Viele meiner wissen­schaft­lichen Erfolge ver­danke ich der bildlich-nonverbalen Domäne. Diese ist mir auch bei meinem thera­peu­tischen Handeln eine wertvolle Inspi­rations­quelle. Einen kleinen Einblick in diese Welt vermitteln bei­spiels­weise die Grafiken dieser Website, die ich fast durch­gehend selbst erstellt habe, oder auch ein Besuch einer meiner Online-Galerien. Intuition und Phantasie können wertvolle Weg­weiser beim „Erspüren“ ver­borgener Gege­ben­heiten sein – und sich bis­weilen als findiger und flinker erweisen als so manche abstrakte Theorie oder etablierte Methodik.